Archiv für April 2011

Mehr Rechte für Transsexuelle im Gefängnis

Inhaftierte Transfrau klagte erfolgreich auf Erlaubnis, Frauenkleider tragen zu dürfen
(01. März 2011, dieStandard.at)

Deutschland, Celle- Transsexuelle Häftlinge dürfen nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Celle im Gefängnis Kleidung ihres eigentlichen Geschlechts tragen. Das Persönlichkeitsrecht und das Diskriminierungsverbot wögen schwerer als Sicherheitsbedenken der Haftanstalt, urteilten die deutschen RichterInnen in einem am Dienstag veröffentlichten Urteil.

Geklagt hatte ein Häftling, der vorgebracht hatte, er sei seit längerem transsexuell. Deshalb wolle er in seiner Zelle Damenunterwäsche und Oberbekleidung anziehen, um zu schauen, wie es sich im Alltag als Frau lebt. Dies sei unzweckmäßig und könne zu Übergriffen führen, hatte das Gefängnis die Ablehnung begründet. Die Haftanstalt müsse den Gefangenen vor unrechtmäßigen Bedrohungen schützen, betonten jedoch die RichterInnen. (APA/Ag.)

Erstes Gefängnis für Transsexuelle in Italien

(27. Januar 2010, dieStandard.at)

Rom – Italien weiht sein erstes Gefängnis für Transsexuelle ein. Die Renovierungsarbeiten eines Flügels der Strafanstalt Pozzale in der toskanischen Stadt Empoli wurden eben abgeschlossen. Ab März sollen hier 30 transsexuelle Häftlinge einziehen, die derzeit in einem Teil des Gefängnisses Sollicciano in Florenz untergebracht sind.
Die Zellen für geschlechtsangepasste Häftlinge wurden in einem Teil des Frauengefängnisses untergebracht. Das Personal wurde in Fortbildungskursen für den Umgang mit Transsexuellen geschult. „Die Aufseher werden mehrheitlich Männer sein, es gibt jedoch auch einige Frauen“, erklärte die Gefängnisdirektorin Maria Pia Giuffrida. In der Strafanstalt befindet sich eine Bibliothek und ein Garten.

In ganz Italien sind 60 Transsexuelle inhaftiert. Die meisten von ihnen sind wegen Delikten hinter Gittern, die mit Prostitution oder Drogenhandel zusammenhängen. (APA)